Roller Derby Rookie Diary, Teil 2

Während ich in meinem Bett liege und mir Kaffee bringen lasse, betrachte ich auf Facebook die Trainingsfotos meiner Teamkollegen und platze vor Neid.  Natürlich bin ich nicht missgünstig, aber doch neidisch, denn für mich wird das Training die nächsten acht Wochen ausfallen.

Dass Roller Derby kein Sport ist, bei dem das maximale Verletzungsrisiko darin besteht sich einen Fingernagel einzureißen, war mir bewusst. Auch, dass ich dazu prädestiniert bin, mich böse langzulegen. Ich stolpere auf schnurgeraden Straßen über meine eigenen Füße. Allerdings hatte ich gehofft, es würde etwas später passieren. Gerade hatte ich meine selbst getunten Discoroller probeweise gegen ein Paar echte Derbyschuhe getauscht und freute mich über die neu erlangte Geschwindigkeit, da spürte ich schon, wie mein linker Fuß versuchte mich rechts zu überholen. Mein Kopf schlug auf den Boden und ich spürte einen KNACK im linken Knie. Ich hatte mir immer vorgenommen, nach einem Sturz tapfer und cool zu bleiben. Hat nicht geklappt. Meine Mädels waren sofort zur Stelle, um nach mir zu sehen, während ich in puncto Tragik Alan Rickmans Sterbeszene aus „Robin Hood“ in den Schatten stellte.

Nun liege ich also seit einer Woche hauptsächlich auf der Couch, lass mich betudeln, hole versäumte Serienhighlights auf (warum nimmt Hurley in sechs Staffeln auf der LOST-Insel kein Gramm ab?) und genieße die positive Seiten einer körperlichen Verletzung. Das geht bisher ganz gut. Ich darf mir eben nur keine Trainingsfotos anschauen!

Über die Autorin:

Martha Pfahl aka. Marie-Christin Spitznagel lebt, rollt und schreibt in Kassel. Von nun an lässt die freiberufliche Texterin und Publizistin uns an ihrem Weg vom Rookie zum echten Roller Girl teilhaben.

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One Comment to “Roller Derby Rookie Diary, Teil 2”

  • Gute Besserung! Hoffe, du kannst bald wieder auf die Skates! LG aus Heilbronn, Rita

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